16. Oktober 2017

TAG - Meine Lesegewohnheiten

Zur Abwechslung wieder einmal ein TAG, den ich bei mehreren Booktubern gefunden habe und der ursprünglich von den englischsprachigen Leseratten geteilt wurde. Wie immer ist jeder getaggt bzw. eingeladen mitzumachen, wer Lust dazu hat. Ich freue mich immer, eure Antworten darauf zu lesen.


MEINE LESEGEWOHNHEITEN

1. Hast du einem bestimmten Platz zu Hause zum Lesen?
Grundsätzlich lese ich überall, wo es bequem ist. Meistens ist das entweder das Bett oder das Sofa. Oft gehe ich aber auch gezielt auswärts in meinem Lieblingscafé lesen.
Ungestört und langzeitig, inmitten einer Vielzahl Kissen und Kuscheldecke liest es sich aber am besten auf / im Bett.

2. Lesezeichen oder ein willkürliches Stück Papier?
Ganz klar Lesezeichen. Die liebsten sind mir die länglichen aus Karton mit einem hübschen Band oder einem bunten Gummiband am oberen Ende. Besonders für Taschenbücher finde ich diese Lesezeichen mit Gummi sehr praktisch, weil sie nicht nur die Seite markieren, sondern auch verhindern, dass mir das Buch in der Tasche zerfleddert.

3. Kannst du irgendwo aufhören in einem Buch zu lesen oder wartest du bis ein Kapitel zu Ende ist oder bis du 50-100 Seiten gelesen hast?
Sofern es möglich ist, beende ich gerne ein Kapitel oder eine runde Seitenzahl. Dies ist zum Beispiel der Fall beim Morgenkaffee oder abends, wenn ich ins Bett gehe (falls mir vorher nicht die Augen zufallen). Wenn ich jedoch unterwegs lese, in einem Wartesaal, im Bus, Zug oder Flugzeug... irgendwo eben, wo ich unterbrochen werden kann, aussteigen muss oder es sonst zeitlich nicht möglich ist, das Kapitel oder xy Seiten fertig zu lesen, bin ich ja gezwungen, meine Lektüre an Ort und Stelle zu unterbrechen. Ausserdem ist das von Buch zu Buch bzw. deren Kapitellänge unterschiedlich.

4. Isst oder trinkst du während des Lesens?
Ja, leidenschaftlich gerne. Kaffee, Tee, Saft. Manchmal auch nur Wasser, wenn ich wieder einmal auf 2-Liter-Wasser-pro-Tag trainiere, um weniger Zucker und Koffein zu konsumieren. Während des Lesens zu essen ist zwar seltener, aber auch immer mal wieder. Dabei handelt es sich meistens um Snacks und Süssigkeiten: Bonbons, Kekse, Schokolade, Popcorn oder auch mal ein Sandwich, falls ich unterwegs bin (z.B. im Bus oder Zug).

5. Multitasking: Musik oder Fernsehen während du liest?
Mag ich nicht besonders, kann ich aber, wenn es sein muss. Wenn ich lese, höre ich dabei keine Musik. Bin ich jedoch in einem Café, wo Musik im Hintergrund läuft oder jemand anderes Musik oder Radio hört, im gleichen Raum wie ich, stört mich das grundsätzlich nicht. Auch falls ein Fernseher im gleichen Raum läuft, in dem ich lese, stört es mich eigentlich wenig, ausser die Lautstärke oder das Programm ist zu grosse Ablenkung. Dann muss ich den Leseort wechseln oder die Person bitten, den Ton etwas leiser zu schalten.

6. Ein Buch oder mehrere Bücher gleichzeitig?
Ich bin ein 1-Buch-auf-einmal-Leser. Es gibt jedoch Bücher, die zu dick, schwer oder sonstwie unhandlich sind, um unterwegs zu lesen. Diese reinen Zuhause-Bücher bleiben somit neben meinem Bett oder auf meinem Tisch. Währendessen lese ich unterwegs ein leichteres Taschenbuch oder auf meinem E-Reader. Mehr als 2 Bücher gleichzeitig lese ich jedoch ungern und meist von unterschiedlichen Genres, um mich besser auf die Geschichten zu konzentrieren können ohne sie zu vermischen.

7. Zuhause lesen oder überall?
Wie schon in vorherigen Fragen erwähnt: Eigentlich überall. Sehr gerne daheim oder in meinem Lieblingscafé. Im Sommer auch stundenlang am Strand, sofern möglich. Früher las ich sehr viel unterwegs im Bus und Zug. Das  ist heute nicht mehr so, allerdings aufgrund des Arbeitsweges, der einiges kürzer ist heute.

8. Laut lesen oder still im Kopf?
Eindeutig still im Kopf nur für mich.

9. Überspringst du Passagen aus einem Buch oder sogar Seiten?
Sag niemals nie, aber... nein, eigentlich nie. Ich gehöre zu den Lesern, die sich bis zum Ende durchquengeln oder komplett abbrechen. Meist eher ersteres, weil ich ja doch wissen will, wie die Geschichte endet, obwohl sie mir nicht gefällt. Ich bereue zwar meist die "verlorene Lesezeit", aber ich kann auch nicht ruhig schlafen, wenn ich den Schluss einer Geschichte nicht kenne, nachdem ich den Anfang gelesen habe.

10. Den Buchrücken brechen oder ihn so belassen, dass er im besten Falle wie neu aussieht?
Niemals brechen! Das sollte verboten werden! Falls sich während der Lektüre einige Leserillen ergeben, ist dies kein Weltuntergang für mich. Dadurch sieht man, dass das Buch gelesen und die Geschichte entdeckt wurde. Den Seiten aber komplett nach hinten knicken, tut mir jedoch weh zu sehen.

11. Schreibst du in deine Bücher?
Schul- und Studienbücher, klar. Romane, nein. Falls ich mir etwas notieren möchte, markiere ich diese Stellen mit Post-It-Klebezetteln oder schreibe mir die Zitate heraus. Ins Buch selbst schreibe ich höchst ungern.

12. Wen taggst du?
Da der TAG schon nicht mehr der Jüngste ist und schon viele mitgemacht haben, tagge ich einfach jeden, der gerne mitmachen möchte. Denn ehrlich gesagt habe ich keine Übersicht, wer die Fragen schon beantwortet hat und wer nicht.

Also tagge ich einfach DICH (ja, genau, DU!) , sofern du Lust hast!




9. Oktober 2017

W.J. Kreftin - Aschekinder

Autor: W.J. Kreftin
Titel: Aschekinder

Verlag: CreateSpace Independent Publishing Platform
ISBN: 978-1537529059
Erschienen: 2016
Seiten: 286




Ein schrecklicher Vorfall ereignet sich in der australischen Kleinstadt Swann Hill: Vier Jugendliche gehen über den Wechsel ins neue Jahrtausend im Busch zelten und verschwinden spurlos. Während ein teil der gespaltenen Bevölkerung an ein tragischen Unglück glaubt, sind andere von einem Gewaltverbrechen überzeugt. Das Verschwinden der Jugendlichen wird jedoch nie aufgeklärt.

Gegenwart: 15 Jahre später erleidet eine Mutter aus Swann Hill einen Nervenzusammenbruch. Sie schwört darauf, eines der 1999 verschwundenen Kinder als Erwachsenen in Melbourne wiedererkannt zu haben. Niemand glaubt der psychisch labilen Frau. Bis die Londoner Polizistin Rachel Buchanan, die an einem Polizeiaustausch teilnimmt, sich bereit erklärt, den alten Fall noch einmal aufzurollen. In Swann Hill stösst die Ermittlerin auf Widersprüche - und eine Menge Menschen, die offenbar kein Interesse daran haben, dass der Fall aufgeklärt wird. Unbeirrt und von einer Frage besessen, forscht Rachel weiter: Was ist mit den Jugendlichen passiert? 

Der Roman basiert auf einer wahren Begebenheit und zeigt schonungslos die dunkle Seite Australiens.




Toller Plot, lahme Umsetzung. Langsamer Start, schnelles Ende. Schauplatz, Ereignis und Schreibstil des Autores wären eigentlich interessant, doch der Aufbau und Ablauf der Geschichte war nach kurzer Zeit zu vorhersehbar und somit war schnell die Luft draussen.

Diese Geschichte las ich als E-Book und habe es mir heruntergeladen, weil es sehr gute Bewertungen hatte und gerade günstig angeboten wurde. Schnell begann ich zu lesen und kam auch leicht in den Lesefluss. Es wird abwechselnd im Heute und Damals (1999/2000) erzählt und anfangs auch die Vorgeschichte von Rachel Buchanan, die in London ihren kleinen Sohn bei einem Autounfall verliert. So gewann ich erst den Eindruck, dass sich das Buch in mehrere Schichten aufteilen wird und deshalb interessant wird. Doch die Ereignisse verknüpfen sich zu schnell und zu reibungslos ineinander, dass schliesslich alles auf das Eine hinausläuft. Die Spannung ist raus, bevor sie richtig steigen konnte. Das Ende ist keine Überraschung mehr und der Weg dahin so geradlinig wie ein Lineal.

In Anbetracht, dass die Geschichte auf einem wahren Fall basiert, bin ich zum einen traurig für die früh verstorbenen Seelen und wütend über die Schandtat anderer. Bezüglich des Buches, bin ich enttäuscht, dass aus einer solchen interessanten Geschichte nichts Spannenderes entsprang. Da spart sich der Autor sozusagen die Arbeit, einen kompletten Plot auszudenken wie bei fiktiven Werken und bekommt die Sache nur so hingemurkst interessant hin? Schade. Als Film könnten das traurige Ereignis mit dem richtigen Regisseur sicher einen spannenden Schauerfilm (besonders für die Silvesternacht) abgeben, doch als Buch hat es mit diesem Autor leider nicht funktioniert.

Die Figuren waren teils sehr sympathisch, teils sehr unsympathisch. Leider ist besonders die Hauptprotagonistin Rachel mir eher negativ aufgefallen, als dass sie mich begeistern konnte. Eigentlich läuft sie nur durch Swann Hill und ist wie ein Wunder immer im perfekten Moment am richtigen Ort. Und dann tauchen an den einfachsten Orten starke Indizien auf, die sicherlich vor 15 Jahren von vielen Polizisten schon brennend untersucht wurden (aber damals nichts fanden?!). Das ist nicht nur fehlende Authentizität, sondern schlicht lächerlich. Die Zahnräder klicken weiter perfekt ineinander und die Ereignisse werden immer vorhersehbarer. Ich bekam den Eindruck, dass der Autor in der ersten Hälfte um den heissen Brei redet, Figuren aufbauen möchte, Spannung sucht... und dann im letzten Drittel sich erinnert, dass er das Ganze noch auflösen müsste und dann einfach alles aneinander reiht, ohne Fantasie oder Witz. 

Ein Beispiel dafür ist, als Rachel aus dem Nirgendwo die Idee bekommt, sie muss auf dem alten Grundstück buddeln, auf dem eine Gedenkstatue für die Jugendlichen steht. Und prompt findet sie dort das grosse fehlende Puzzleteil. Doch dass die Errichtung und polizeiliche Bewachung dieser Gedenkstätte zuvor während 15 Jahren nie verdächtig war, aber jetzt plötzlich. Und dass die Polizei antrabt, als Rachel dort buddelt, sie aber scheinbar überrascht ist und sich sogar im Recht fühlt auf privaten Grund an einer Gedenkstätte ohne Bewilligung zu buddeln... Also, was für eine Polizistin ist das bitte? Wo hat die ihren Ausweis bekommen? Dem Jahrmarkt? Spätestens bei dieser Szene ist die Glaubwürdigkeit kaputt. Und darunter litt das gesamte Buch.

Wie ich später herausfand, gibt es einen Folgeband namens "Aschemädchen", der trotz des ähnlichen Namens nicht mehr mit den 4 Jugendlichen und Swann Hill zu tun hat, aber mit Rachel. Ein neuer Fall für die Austauschpolizistin in Australien. Ein neuer Fall, doch auch wenn eine ganze Serie daraus wird... ohne mich. Ein Buch hat gereicht, ein weiteres dieses Autores hat jeden Reiz für mich verloren.



2 von 5 Lese-Echsen




W.J. KreftingWilhelm J. Kreftin (Pseudonym) lebt und arbeitet in Münster. Nach dem Abitur studierte er Politikwissenschaften und Journalistik und lebte einige Zeit in Australien, wo er für verschiedene deutsche und australische Zeitungen arbeitete.
Schreiben ist seine grosse Leidenschaft, und Krefting liebt es, seine vielfältigen Erlebnisse in spannende Geschichten zu giessen. Seine schriftstellerische Karriere begann der Autor 2013 und hat bisher 5 Bücher veröffentlicht.


Neu bei INSTAGRAM

Liebe Bücherwürmer und Leseratten,

Wir leben in einer Zeit der Technik, wir sind die Generation Social Media, ein jeder scheint ein Profil auf Facebook, Twitter, Instagram, Tumblr, Pinterest und wie sie noch alle heissen, zu haben. Grundsätzlich bin ich gegen eine solche Entwicklung. Zwar habe ich das eine oder andere Profil auf der einen oder anderen Plattform. Doch ich versuche meinen Social-Media-Konsum in Grenzen zu halten. Ich mag nicht mein ganzes Leben mit allen Leuten im Internet teilen.

Aber... ich mag meine Lektüre mit anderen Leseratten teilen. Deshalb habe ich damals eine Facebook-Seite für meinen Bücherblog eingerichtet, um euch auch da über neue Rezensionen zu informieren. Was mich damals reizte, waren die Fotos. Ein Foto meines Leseortes, eines schönen Kaffeeschaums oder Bücherzitate, die mir gefielen, waren irgendwie zu klein, zu belanglos für einen eigenen Post auf dem Blog. Trotzdem wollte ich die Bilder mit euch teilen. Schon länger liebäuglete ich mit Instagram beziehungsweise mit der Bücher-Community auf Instagram - dem Bookstagram !
Ich verfolge andere Bücherblogs oder Bookdstagramer ohne Blog, die sich richtig viel Mühe mit ihren Bildern geben und ihre Lektüre wunderhübsch vorzeigen. Gespräche über Lieblingsautoren, Cliffhanger, Folgebände und aktuelle gehypte Bücher laufen rege auf dieser Plattform und ich kommentierte fröhlich mit - mittels meinem privaten Usernamen. Nun fasste ich den Entscheid, auch auf Instagram einen Platz für meinen Blog einzuräumen. Denn ich möchte mit meiner Bloggeridentität in der Bücher-Community an den Gesprächen teilhaben und neue Kontakte knüpfen. Ich möchte mein Privatleben wahren und es dennoch anderen Leseratten ermöglichen, meinen Blog einfach zu entdecken. Also grundsätzlich: Ich möchte Privatleben und mein Bücherleben klar voneinander trennen. Weil nicht alle meine Freunde sich so sehr für Bücher interessiert wie ich und weil andererseits nicht jeder meiner Bücherfreunde den gleichen Einblick in mein Privatleben bekommen sollte. Ich hoffe, ihr versteht das?

Wie denkt ihr über dieses Thema? Muss jeder Bücherblog auch auf Facebook, Instagram oder auch anderen Plattformen vertreten sein? Oder erzeugt dies bloss Spam und das eigentliche Bloggen verliert an Qualität? Habt ihr selbst ein Konto?

Mich würde eure Meinung sehr interessieren!
Und wer auch auf Instagram unterwegs ist, darf mich natürlich gerne ab sofort auch dort besuchen:


lese.echse.mona ist ab sofort online.



Schuld an meiner neuen Liebe für Bookstagram sind unter anderen:













3. Oktober 2017

Cristina Caboni - die Oleanderschwestern

Autorin: Cristina Caboni
Titel: Die Oleanderschwestern


Verlag: Blanvalet
ISBN: 978-3-734105098
Erschienen: 2017
Seiten: 416





Zwei Schwestern, ein Blumengarten in der Toskana und ein Sommer, der alles verändert...

Wenn Iris inmitten ihrer Blumen ist, ist sie glücklich. Doch als eines Tages eine Frau vor ihr steht, die ihr bis aufs Haar gleicht, gerät ihre Welt ins Wanken. Wer ist sie und was hat das zu bedeuten? Wie Iris liebt es Viola, sich mit Blumen und ihren Düften zu umgeben. Die beiden sind Zwillinge und wussten bislang nichts von der Existenz der jeweils anderen. Um mehr über ihre Familiengeschichte zu erfahren, reisen die Frauen in die Toskana, wo sich der Landsitz der Donatis inmitten eines prachtvollen Blumengartens befindet. Die Schwestern werden bereits von ihrer Grossmutter erwartet - und nur sie kann den beiden helfen, das Rätsel ihrer Herkunft zu lösen...



Ein Wohlfühlschmöker für Blumenliebhaber, eine Familiengeschichte für Italienfans und Flora-Wissen für Hobbygärtner. Eine leichte Frühlingslektüre mit düsterer Hintergrundgeschichte, die mich grundsätzlich gut unterhalten konnte, aber einige Schwachstellen aufweist.

Jedes Kapitel wird mit einer Blume eingeleitet. Die Autorin gibt Symbolik der jeweiligen Blüten wie auch Hinweise, wie die lieben Pflänzchen am liebsten gewässert werden und ob sie lieber im Schatten oder in der Sonne stehen. Diese Idee fand ich schön, obwohl mir Blumen nicht viel näher interessieren, als dass sie eben hübsch anzusehen sind. In diesem Roman ergibt es aber Sinn und ist ein schönes Extra für Hobbygärtner.

Der Schreibstil liest sich ebenfalls leicht und locker und ich fand mich schnell in der Geschichte. Obwohl ich mich mit Iris nicht unbedingt identifiziere, war sie mir nicht unsympathisch. Viola würde ich ebenfalls nicht mit mir vergleichen, ich mochte sie aber anfangs klein wenig mehr als ihre Schwester. Dies wechselte jedoch im Verlauf der Geschichte, weil Viola sich als ziemlich dickköpfig, leicht zickig und abwehrend herausstellte. Das Traurige daran ist: Ich verstand den Grund gar nicht, sondern fand es sogar eher hinderlich für die Geschichte. Natürlich ist es ein Schock, wenn du nur mit einem Elternteil aufwächst und dann auf einen Schlag erfährst, dass das andere Elternteil nicht tot ist und mit deiner Zwillingsschwester lebt, die dein Schicksal teilt. Hinzu kommt eine Grossmutter auf einem riesigen Anwesen in Italien. Trotzdem hätte ich diese rebellisch-kindliche Reaktion von Viola nicht nur das ganze Buch gezogen, weil sie dadurch jünger und unfreundlicher wirkt. Iris auf der anderen Hand wird als feine, zarte Blüte beschrieben, genau das Gegenteil ihrer Schwester, trotz innerer Stärke. 

Die Geschichte wird aus beiderlei Sicht geschrieben, wenn auch leicht mehr aus der Sicht von Iris. Dazwischen bekommt der Leser Einblicke in die Gedanken der Grossmutter. Interessant fand ich die kurzen Rückblenden in die Vergangenheit, in der eine Bianca Donati von ihren Gefühlen und Ängsten erzählt. Klar hat dies auch mit der späteren Zwillingsgeschichte einen Zusammenhang, aber ich möchte an dieser Stelle nicht spoilern. Nach der Hälfte des Buches, sollte jedoch jedem Leser, der sich gut auskennt in diesem Genre, klar sein, wohin die Erzählung uns führt und welche Optionen für das Ende wohl programmiert waren. So war der Schluss voraussehbar, aber nicht langweilig. Keine Überraschung, aber dennoch interessant.

Es gab einige Nebenfiguren, die ich gerne näher beleuchtet hätte, gerne etwas mehr von ihrer Geschichte erfahren hätte. Nicht nur, weil ich mich persönlich für diese Charaktere interessiere, sondern weil ich auch glaube, dass es der Geschichte hilfreich gewesen wäre. Allerdings gab es auch eine spezifische Nebenfigur, die ich absolut nutzlos fand. Ein nettes Nice-to-have, aber eigentlich nicht ausschlaggebend für die Erzählung und störte daher eher, wegen der Unterbrechung der eigentlichen Geschehnissen.

Im Gesamten hat mich das Buch gut unterhalten und war nicht schlecht. Abgesehen von dem wunderhübschen Cover, bezweifle ich jedoch, dass es mir allzu lange in Erinnerung bleiben wird. Denn obwohl ich gerne Familiengeschichten lese, war diese ein wenig zu konzipiert, zu sehr gewollt. Ich hätte mir mehr Spannung gewünscht, ein wenig mehr Handlung, eine aktivere Grossmutter. Am besten verlgeichen lässt sich der Roman wohl selbst mit einem Blumenbeet. Man wandert durch den Garten, findet die Gesamtansicht schön, doch ehrlich gesagt mag man einige Blumen lieber als andere. Das Farbenmeer des kompletten Beetes verzaubert, trotz dem bisschen Unkraut am Rand, trotz der Auswahl von nicht nur Lieblingsblumen. Man steht nur da und geniesst die Aussicht, bis man eben genug davon hat. Genauso fühle ich mich: Es war ein netter Besuch im Blumenbeet. Doch nun habe ich mich satt gesehen.




4 von 5 Lese-Echsen



Bildergebnis für cristina caboniCristina Caboni lebt mit ihrer Familie auf Sardinien, wo sie Bienen und Rosen züchtet. Ihr Debütroman "die Rosenfrauen" verzauberte die Leser weltweit und stand in Deutschland wochenlang auf der Bestsellerliste. Ihr zweiter Roman "die Honigtöchter", der auf ihrer Heimatinsel spielt, und "die Oleanderschwestern" waren ebenfalls grosse Erfolge. "Der Zauber zwischen den Seiten" ist nun ihr viertes Buch.



27. September 2017

Stephen R. Lawhead - Der Schicksalsbaum

Autor: Stephen R. Lawhead
Titel: Der Schicksalsbaum


Verlag: Bastei Lübbe
ISBN:978-3-404-20838-8
Erschienen: 2014
Seiten: 382



Kit Livingstone ist ein Zeitreisender. Er kann auf den Ley-Linien durch die Dimensionen reisen und sucht nach den Teilen der legendären Meisterkarte, die alle Welten verzeichnet. Doch plötzlich mehren sich ungewöhnliche Phänomene, die Kit von seiner Mission ablenken: Menschen finden sich auf exakt dieselbe Art und Weise, Brücken lösen sich plötzlich in Luft auf. Anscheinend wird die Realität instabil - und wenn sich dieser Vorgang nicht aufhalten lässt, droht die Auslöschung alles Lebens...



Flop des Jahres, teilweise aber auch meine eigene Schuld. Denn erst nach dem Kauf ist mir aufgefallen, dass dieses Buch der finale und fünfte Band einer Reihe ist, die ich überhaupt nicht kenne und deshalb auch die komplette Vorgeschichte nicht kannte. Mein Fehler. Trotzdem konnte es mich überhaupt nicht fesseln.

Abgesehen davon, dass ich die fehlende Informationen der vorherigen Bände meinem eigenen Fehler zuschreiben kann, war es auch nicht gerade mein liebstes Genre. Doch ab und zu versuche ich gerne etwas anderes und in diesem Falle machten mich die Zeitreisen neugierig. Im Verlauf der Geschichte wurden zwar Zeitreisen unternommen, temporale Sprünge sowie in unterschiedliche Länder, doch die legendäre Meisterkarte war absolut nicht, was ich mir vorgestellt habe. Es ging eher um ein Portal zur einer Seelenquelle, bei der das Zeitgefüge und somit das Ende der Welt gerettet wurde. Dass das Ley-Linien-System nicht weiter erklärt wurden, rechne ich mir selbst an, da es wahrscheinlich in den ersten Bänden genauer erläutert wurde. Das Gleiche gilt auch für die Figuren, die mir natürlich erst fremd waren.

Was die Figuren betrifft, muss ich gestehen, dass mir kein einziger Charakter symphatisch war. Ich konnte mit niemanden mitfiebern, viele blieben mir ein Rätsel, andere waren mir regelrecht egal und der Bösewicht war geläutert und somit langweilig, weil er sich dadurch nicht wirklich gegen Kit und sein Team stellte. Es fühlte sich also eher an, als würde ein Haufen Leute in verschiedenen Zeitzonen und Ländern nach dem geheimen Ort suchen, der das Weltende verhindern soll. Sie wanderten umher aus Gründen, die mir meist geheim blieben, weil ich die vorherigen Bücher nicht kannte. Der Gegner schien mit ihnen zu arbeiten oder parallel. Der Spannungsbogen war kaputt, die Luft raus (falls sie jemals drin war). Vielleicht konnte der erste Band die Leser packen, aber bis zum fünften Teil hätte ich bestimmt nicht gelesen, hätte ich die Geschichte von Anfang an kennen gelernt.

Der Schreibstil sagte mir auch nur bedingt zu. Der Autor beschreibt viel, auch vielerlei Gedanken und Charakterzüge. Oft dachte ich leise für mich an eine wichtige Regel für Autoren: Zeigen, nicht schreiben. Das heisst, es ist besser ein Gefühl zur Beschreibung zu übermitteln, als den Charakter einer Figur wie auf einem Lebenslauf einfach herunter zu labbern. Sprich: Ein eisiger Wind fuhr Kit durch die Glieder und liess die kleinen Häarchen auf seinen Armen aufstehen. Er bekam eine Gänsehaut und schlug den Jackenkragen hoch. Und eben nicht: Kit fror. Ihm war kalt, weil der Wind scharf wehte. Es klingt einfach platt und fantasielos. Allerdings wäre das Resultat noch mehr Beschreibung. Und somit kann ich nur eins sagen. Alle Handlungen könnte man auf knapp 100 Seiten zusammenfassen und nicht über fast 400 Seiten strecken.

Auch wenn ich kein Abzug für fehlende Infos, zu viele mir fremden Personen und wenig nachvollziehbare Handlungen aufgrund meines eigenen Fehlers zählen kann, so hat der Roman mich aber auch nicht mit anderen Pluspunkten überzeugen können. Der Schreibstil fesselte mich nicht, die Beschreibungen waren langatmig und unproduktiv, die Figuren interessierten mich kaum, manche nervten mich sogar und das Finale war mir egal, weil Spannung nicht vorhanden ist und kein Interesse weckt.



1 von 5 Lese-Echsen



Stephen R. Lawhead wurde 1950 in Nebraska geboren. 
Schon auf der Highschool schrieb er eine wöchentliche, humorvolle Kolumne und legte 1973 einen Abschluss als Bachelor of Arts ab. In folgenden Jahren war er redaktioneller Assistent bei einem Campus-Magazin.

Heute ist er Autor von meist historischen, aber auch Fantasy- und Science-Fiction-Romanen. Seine Werke haben oft einen starken Bezug zum christlichen Glauben und keltischen Mythen.

Seit 2002 lebt er mit seiner Frau und ihren 2 Söhnen in Österreich.

Bildergebnis für der schicksalsbaum stephen r lawhead